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PRESSEMITTEILUNG

Beat Zoderer - ich sehe es schlingern

9. September 2011 – 12. November 2011

 

Der Schweizer Künstler Beat Zoderer bespielt nach seiner Eröffnungsausstellung „Flicken“ zu unserem Umzug nach Berlin im November 2009 als erster Künstler die Galerieräume zum zweiten Mal.

Innerhalb des Galerieprogramms wird sein Werk den malerischen Positionen zugerechnet, eine Klassifizierung die Zoderer mit grosser Freude immer wieder unterläuft. So versammelt er bei ftc. Skulpturen und Wandarbeiten ebenso wie Assemblagen und installative Arbeiten. Vor allem diese Gattungs-Vielfalt und die Verwendung alltäglich-herkömmlicher Materialien kennzeichnen seine unverwechselbare Bildsprache.

Die prägnantesten Stilmittel sind die Verwendung geometrischer Formen und vielfarbiger Elemente. Diese lassen sowohl den Vergleich mit der Op-Art der 1960er und 70er Jahre, sowie mit der strengen Formalität und dem Minimalismus der De-Stijl-Bewegung zu. Gleichzeitig legen sie auch den ironischen Blick auf die Kunst seiner unmittelbaren „Vorväter“, den Schweizer Konkreten, nah.

Die scheinbar einfachen und manches Mal gar provisorisch zusammen gezimmerten Werke zeigen jedoch bei näherer Betrachtung, dass der Künstler durchaus einer bestimmten Ordnung und Systematisierung folgt. Die Werke werden zwar nicht seriell hergestellt, weisen aber dennoch  Wiederholungen auf: So mauert er in der Ausstellung eine Säule, in die schlingernde, sich wiederholende Musterungen geschnitzt sind, installiert farbig bemalte Alustreifen nebeneinander, so dass sie eine Art Mobilée bilden und hängt aufwändig bearbeitete MDF-Panele nebeneinander, die erst im Zusammenspiel ein gleichzeitig opulentes und minimales Bild ergeben. Oftmals sind die Materialien nach einer logischen, mathematisch berechneten Anordnung zusammenfügt: zuweilen in Reihen nebeneinander, dann wieder ineinander verwoben oder aufeinander gestapelt und geklebt. Fein ziselierte Straußeneier stehen hier im deutlichen Kontrast zu den mit einer Flex bearbeiteten Aquarellblöcken.

Alle Arbeiten eint das Motiv der „schlingernden Linie“, einer Linie ohne Anfang ohne Ende, die sich windet und über die Fläche mäandert, mal größere, mal kleinere Bögen formt und in unterschiedlichsten Farben auf den verschiedensten Materialien in Erscheinung tritt.

Zoderers Arbeiten sind in zahlreichen Einzelausstellungen u.a. in der Kunsthalle Basel (1996), im Kunstmuseum Bonn (2003), im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen (2004) und im Haus Konstruktiv, Zürich (2008) gezeigt worden.

 

1955 geboren in Zürich, lebt und arbeitet in Wettingen, Schweiz.