Pressemitteilung
Lars Arrhenius
Animated
14.4. - 16.6.2007
fiedler contemporary freut sich mit „Animated“ die erste Einzelausstellung des Schwedischen
Künstlers Lars Arrhenius in Deutschland zu eröffnen.
Es werden seine jüngsten Wandinstallationen und animierten Videos gezeigt, die eine
piktogrammatischer Zeichensprache mit einer narrative Erzählstruktur verbinden.
Arrhenius großformatige Wandarbeiten bestehen aus laminierten c-prints, die in ihrer Anordung an Puzzle erinnern (The man without qualities, 2001) oder die Struktur eines großen Stadtplan aufnehmen (‚A-Z’, 2002). Manchmal fusionieren die Darstellungen und dargestellten Szenen aber auch auf einer Fläche und in einem scheinbar unstrukturierten Bildraum (Zoo, 2005). Bei seinen jüngsten Animationen geht Arrhenius gleichermaßen von Einzelbildern aus, von eingescannten Piktogrammen (Habitat, 2006) oder im Computer generierten Formen (Murmurs of earth, 2006), die er animiert.
Arrhenius arbeitet vorzugsweise mit Piktogrammen, jenen Zeichen, die eine Information durch vereinfachte grafische Darstellung vermitteln – und fast universell verständlich sind. Er verändert diese Formen, entwirft ganz neue Piktogramme und nimmt sie zum Anlass, Geschichten zu erzählen.
In HABITAT folgen wir dem Leben von 9 Personen und einem Hund. Niemand steht im Zentrum der Geschichte, das Leben eines jeden kreuzt ein anderes. Wir beobachten das städtische Leben in konzentrierter Form - zwischen Alltag und Absurdität, Humor und Ernsthaftigkeit.
Arrhenius raumfüllende Arbeit THE MAN WITHOUT QUALITIES, die auf den gegenüberliegenden Wänden der Galerie installiert ist, focussiert auf eine Einzelperson und den Verlauf seines Lebens - von der Geburt bis zum Tod - anhand verschiedener Varianten. Die Bilderstrecken basieren auf real existierenden oder neu entworfenen Piktogrammen. Sind sind leicht verständlich und machen eine unmittelbare Identifikation mit dem Protagonisten möglich.
Die Wandarbeit A-Z zeigt den Londoner Stadtplan, auf dem narrative Szenen in 264 Kreisen eine Vielzahl von Geschichten erzählen, die allesamt miteinander in Verbindung stehen. Das Design, das Arrhenius hierzu wählt, erinnert an einen U-Bahn Plan oder an Brettspiele. Die 18 Protagonisten, deren Weg und Geschichte wir folgen können, stammen aus unterschiedlichen Gesellschaftschichten, Altersgruppen und Ethnien. Ein jeder ist daran beteiligt, die Geschichte über den Organismus zu erzählen, den wir ‚Stadt’ nennen.
Mit der einteiligen Wandarbeit ZOO portraitiert Arrhenius die Bewohner eines Wohnhauses – alle zur gleichen Zeit und bei ganz alltäglichen Szenen. Das achtstöckige Gebäude ist als solches unsichtbar, Zeit und Kontext scheinbar universell – und der Beobachter verharrt im Zweifel, ob es sich um das Leben einer Einzelperson oder einer Anzahl von Personen in einem ganz bestimmten Moment handelt.
Arrhenius jüngste Animation trägt den Titel MURMURS OF EARTH. Der Film erzählt die Geschichte der Erde und ihrer Zukunft, so wie sie aufgefangen und zusammengefasst von einem Millionen Lichtjahre entfernten Radar wahrgenommen werden könnte. Der Titel ‚Murmers of Earth’ nimmt Bezug auf zwei Video-Discs, die während der Voyager- Expedition 1977 im All ausgesetzt wurden. Diese Platten, die als eine Art Flaschenpost für extraterrestrisches Leben gedacht waren, enthalten Bilder, Musik und andere Informationen. Eine phantastische und zugleich naive Idee, die sich in das goldende Zeitalter des Science Fiction der 1970er einreihen lässt, genau wie die Filme Moonbase Alfa, Close Encounters
of the Third King und Star Wars.
Werke von Lars Arrhenius sind im Moderna Museet, Nationalmuseum Stockholm, Stedelijk Museum Amsterdam, Malmö Konstmuseum und Kunstmuseum Stuttgart vertreten.