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PRESSEMITTEILUNG

Markus Linnenbrink - LISTENALLTHEWAYTHROUGH

30. April 2010 – 3. Juli 2010

 

 

Ob Markus Linnenbrink herkömmliche Bildträger verwendet oder direkt auf die Wand, die Decke oder den Fußboden malt, die Freude an Farbe und Prozess ist allgegenwärtig. Das Vergnügen an der eigenen Obsession und Wiederholung scheinen diesem Künstler eine hinreichende Belohnung zu sein.

Die Ungewissheit über die Methoden oder Absichten des Künstlers hat sich zu einer Art von Inhalt ganz eigener Faszination entfaltet. Wie auch immer, je genauer man seine Malereien betrachtet, desto weniger spielt der Überfluss an Details eine Rolle. Im Gegenteil, er implodiert zu einer konzeptuellen Haltung, die auf die Sinnlosigkeit einer allzu sorgsamen Betrachtung verweist.

Spontaneität ist augenscheinliches Merkmal nahezu aller Aspekte der Arbeit von Linnenbrink: bei den „Drill“- Bilder, die dadurch entstehen, dass der Künstler stellenweise die Farbschichten ausbohrt und andere hierdurch hervor holt wie auch den „Drip“ - Bildern bei denen er die Platzierung der Farbe innerhalb der Fläche, nicht aber ihren Verlauf, ihren endgültigen Bestimmungsort bestimmt. In der Vergangenheit waren diese linierten Arbeiten dichter, sie bedeckten die gesamte Oberfläche des Malgrundes. Linnenbrink hat sie jetzt mit sparsameren Kompositionen und durchsichtigeren Farben geöffnet. Kaum noch überdecken sie die darunter liegenden, sorgfältig gesprühten Oberflächen oder die persönlichen Fotos, die sowohl Kontrast wie auch Inhalt für die darüber liegenden Streifenbildungen bieten.

Seine Skulpturen haben sich ebenfalls geöffnet, nicht nur in ihrem Wechsel von dichtem Material zu Durchsichtigerem sondern in ihrer Form an und für sich. Was ursprünglich durch strikt senkrechte Linien in seiner kistenartigen Form begrenzt war, wurde durch wulstige Oberflächen mit organischen Öffnungen verformt oder wandelte sich vollständig zu einer zick-zack-artigen Bergkette, deren Form nicht vom Künstler sondern durch die Schwerkraft bestimmt ist.

Durch den Gebrauch einer Industrie-Plastikfolie schafft Linnenbrink lockere Innenstrukturen für die pigmentierten Epoxidharze, die er in die Gussform schichtet. Hier offenbart der Künstler seinen Sinn fürs Spielerische, nicht nur in seinem experimentellen Umgang mit Farbe sondern auch durch die kleinen Objekte die aus ihrem Inneren heraus lugen.

Linnenbrink wendet diese Idee ebenfalls in einer neuen Serie von Malereien an. Er kreiert in einer lockeren Gussform eine Oberfläche und baut so das Bild von vorne nach hinten auf, zuletzt wird der eigentliche Bildträger fixiert. Diese Arbeiten untermauern vollends Linnenbrinks Fähigkeit das Skulpturale in die Malerei zu projizieren und umgekehrt die Malerei ins Skulpturale.

Markus Linnenbrink lebt und arbeitet in New York, USA.