PRESSEMITTEILUNG
Markus Weggenmann: it could be sweet
12. November 2010 – 22. Januar 2011
Mit it could be sweet stellt Markus Weggenmann zum ersten Mal seit 2008 neue Arbeiten in den Berliner
Räumen der Galerie ftc. aus.
Bekannt geworden ist Markus Weggenmann durch seine industriell gefertigten Autolackarbeiten, die
abstrakte Formen in bunten, schillernden Farben zeigen. Auch in seiner neuen Ausstellung sind wieder
solche Arbeiten versammelt. Durch den Herstellungsprozess seiner Arbeiten tritt zwar der Maler hinter
seinem Werk zurück - steht doch die Wirkung der Farben an erster Stelle und nicht der individuelle Duktus –
dennoch erscheinen bei diesen Arbeiten die jeweiligen Bildgegenstände identifizierbar und nicht nahezu
gänzlich abstrakt wie bei den voran gegangenen Arbeiten.
Markus Weggenmann hat sich am Genre der Stilllebenmalerei orientiert, um diese neue Werkgruppe zu
kreieren, die zum ersten Mal konkrete Sujets aufweist. Damit führt er eine Tendenz zum Gegenständlichen in
seine Malerei ein, denn es versammeln sich hier Formen, die im Ensemble wohl vertraute Dinge ergeben:
Schalen mit Obst und Gemüse gefüllt oder Vasen mit farbenfrohen Blumen-Bouquets. Und dies zum Teil in
ungewöhnlich grossen Formaten. Darauf weist auch der Titel der Ausstellung hin: Weggenmanns Bilder
haben eine extrem gesteigerte Farbig- und Künstlichkeit, die manchmal beinahe bis ins Süße und
Wohlgefällige reicht. So sind nicht nur einige Bildobjekte wortwörtlich süß, sondern eben auch, je nach
Wahrnehmung, die Formen und Farben, denen man sich nicht entziehen kann. Sehr bewusst werden hier von
Markus Weggenmann die Grenzen des noch Erträglichen ausgelotet, dem berüchtigten Ritt auf der
Rasierklinge sich maximal annähernd. Beibehalten wird die Farbenpracht und intensive Leuchtkraft früherer
Arbeiten, wobei die Farbskala stärker noch zwischen knallig bunten und zurückgenommenen, stilleren Tönen
rangiert – ähnlich der breiten Motivauswahl und Darstellungsarten der traditionellen Stilllebenmalerei.
Es mag seltsam anmuten, dass der Künstler nach so vielen Jahren abstrakter Malerei nun zur Darstellung
des Gegenstandes übergeht. Bedenkt man jedoch, dass diesem Schritt als Basis nach wie vor die
ursprünglich spontane Malweise zugrunde liegt - auch hier erkennt man die schwungvoll aus dem Pinsel
fliessenden Formen – wird klar, dass er eine konsequente Fortführung der vorangegangenen Arbeiten bildet.
Gleichzeitig findet der Künstler seinen ganz eigenen Umgang mit dem Genre, indem weder die gestische
Komponente noch die farbliche Intensität verloren gehen, Raumtiefe und – konstruktion jedoch nicht allein
durch Farben und Formen, sondern zum ersten Mal auch durch Dinge erzeugt werden.
So mag man sagen, dass Markus Weggenmann den Spielraum seines Schaffens erweitert und sich auf neue
Wege begibt. Dem Betrachter wird es wiederum ermöglicht vertraute Formen in einem neuen Motivkontext zu
erkennen; jetzt aber kann man die unmittelbare Sinnlichkeit der Farben zusätzlich in einem quasi sinnlichen
Genre, dem Stillleben, neu wahrgenommen werden.
Markus Weggenmann lebt und arbeitet in Zürich und Berlin.