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PRESSEMITTEILUNG

The Art And Math of the Fold

Rana Begum | Lotte Geeven | Ignacio Uriarte

Gruppenausstellung kuratiert von Judith Wiedenhöft

01. Juli 2011 – 03. September 2011

 

ftc., Berlin präsentiert in diesem Sommer eine Gruppenausstellung mit drei internationalen Künstler/innen.

Unter dem titelgebenden Motto wurden Arbeiten ausgewählt die sich in ihrer Grundidee und –struktur mit dem Thema „Faltung“ auseinandersetzen.Alle drei Positionen vereinen Anleihen bei der Minimal Art sowie der Konzeptkunst der 60er und 70er Jahre.

Die historischen Formen werden aufgegriffen, weiterentwickelt und in einen zeitgenössischen Kontext projiziert. Die formale Reduzierung auf die Gegebenheiten des Materials führt gleichzeitig zu einer Erweiterung durch sinnlich emotionale Bezüge mithilfe der Kombination von Form, Materialität und Farbe. Vor allem die Reorganisierung von gegebenem, visuell sowie geistig wahrnehmbarem Raum und dessen Übersetzung in eine ästhetische, künstlerische Formel spielt eine wesentliche Rolle für die Zusammenstellung der Arbeiten.

 

Rana Begums Wandarbeiten werden durch ihr direktes urbanes Umfeld inspiriert. Sie abstrahiert Farben, Formen und Werkstoffe zu Arbeiten, die im Endergebnis sowohl eine skulpturale wie auch eine malerische Komponente besitzen. Vor allem die leuchtenden Farbakzente und die Annäherung der Besucher an ihre Arbeiten offenbaren die Beschaffenheit und den Werkprozess dem die Materialien unterzogen wurden. Man kann Begums künstlerischen Anspruch als Versuch sehen den aus verschiedensten Fragmenten bestehenden urbanen Raum so zu konzentrieren und reduzieren, dass dieser in eine klare und reine Form- und Farbgebung geordnet und in eine nahezu makellose künstlerische Sprache übersetzt wird.

 

Dies ist sicherlich auch ein Ansatz, der die Werke Lotte Geevens auszeichnet: Die Ideen für ihre Arbeiten sammelt sie auf Reisen. Die Verwendung verschiedenster Medien, die sich im Raum ausbreiten, ihn in Besitz nehmen und ihn auf eine spielerische Art und Weise vermessen und neu kreieren prägt ihre Werke. So hängt sie Papierbahnen in den Raum und arrangiert einzelne Versatzstücke zu raumgreifenden Installationen. Ihre klare, „offensive“ Farbgebung gilt ihr als Transformation verschiedenster Sinneswahrnehmungen. Die installativen Arbeiten sollen Auge und Geist anregen und bleiben dabei in ihrer konkreten Aussage bewusst vage, geht es doch primär um die Vermittlung eines subjektiven Gefühls. Geeven übersetzt real existierende Objekte in eine abstrakte Formensprache und kreiert neue imaginäre Räume.

 

Ignacio Uriarte nennt seine Kunst selbst „office art“, was auf die verwendeten Grundmaterialien, sowie die Wiederholung und Systematisierung innerhalb seiner Werkgruppen hindeutet – vergleichbar den routinierten Abläufen eines Büroalltages. In den hier ausgestellten Arbeiten wird, ähnlich wie bei Rana Begum, vor allem der skulpturale, reliefartige Charakter des Materials betont. Mit simplen Faltungen und Abrissen wird das Medium dem eigentlichen Kontext entfremdet, gleichzeitig bekommt es damit eine ästhetische Komponente, dessen reine Arbeitsabläufe, bspw. das Abreißen eines Papiers, für Jedermann nachvollziehbar bleiben. So schafft er Raum für eine neue Wahrnehmung und Wertschätzung von Material und Handwerk.

 

Rana Begum, geboren 1977 in Sylhet, Bangladesch, lebt und arbeitet in London, England.

Lotte Geeven, geboren 1980 in Eindhoven, NL, lebt und arbeitet in Amsterdam, Niederlande.

Ignacio Uriarte, geboren 1972 in Krefeld, lebt und arbeitet in Berlin.